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Indonesien

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fabianpickel

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Juni-September 2012 -- Gleich vorweg: Es liegt sicher mit daran, dass ich für dieses kaum zu bändigende Land viel zu wenig Zeit mitbringe, - am Ende werden es vier Monate gewesen sein - aber Indonesien bleibt eines der Länder, die ich am wenigsten verstehe. Doch der Reihe nach.Mangels Autofähre schippere ich mit dem VW-Bus auf einem großen Schwimmponton vom malaysischen Port Klang ins indonesische Dumai auf Sumatra - eine teure und Kräfte zehrende Tortur. Die Querung der hier nur 100 Kilometer breiten Straße von Malakka dauert eine Woche. Es ist sengend heiß, gibt keinen Schatten, und auch sonst nichts - außer einer Fuhre Betonröhren. Das Beste: Die Gefahr, Piraten zum Opfer zu fallen, ist nur vor Somalia noch höher. Und dann werden in Dumai auch noch erst die tausend Rohre abgeladen (einzeln, per Kran, der immer wieder ausfällt), dann erst der Bus.

Ein kleiner Schritt für einen Kahn, ein riesiger Sprung für einen BusMit dem Übersetzen erschließt sich eine neue und ganz eigene Welt; ein riesiges Inselreich, die größte Volkswirtschaft Südostasiens mit 240 Millionen Einwohnern, das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt. Es lockt mit Regenwald, Vulkanen, paradiesischen Stränden, eigener Kultur. Kurz: Es gibt viel zu entdecken, und das auf touristisch kaum erschlossenen Pfaden. In vier Monaten wird mir kein ausländisches Fahrzeug begegnen.Nach einer großen Runde über Sumatra kurve ich gen Osten - in 8000 Kilometern einmal quer über die dicht besiedelte Insel Java, auf die Urlaubsinseln Bali und Lombok. In Bima, der Inselhauptstadt von Sumbawa, etwa tausend Kilometer von der australischen Küste entfernt, erreiche ich den östlichsten Punkt meiner Reise.Von dort fahre ich wieder zurück in die Hafenstadt Surabaya (Java), wo der Bus schließlich asiatischen Boden verlässt.

In Indonesien steckt die Silbe „Indo“, was bereits indische Verhältnisse vermuten lässt. Stimmt, und zwar nicht nur was geschichtliche Parallelen angeht.Indonesien ist, wie Indien, ein intensives Erlebnis und sehr anstrengend. Der Verkehr ist eine einzige Katastrophe. Die menschliche Neugier kennt keine Grenzen, das Konzept der Privatsphäre scheint unbekannt. Die Indonesier machen oft einen extremen Eindruck - viele erweisen sich als überragende Gastgeber, fast alle als äußerst kontaktfreudig, einige aber auch als aggressiv und respektlos.

Hello Mistaaah!"Währ kamm fromm, wott häppen? Täik picktschah!" Wer immer schon mal wie ein Superstar begafft, fotografiert, angehimmelt und geknuddelt werden wollte, der findet in Indonesien seine Bühne - und das einfacher, aussichtsreicher, aber wohl auch nervenaufreibender als bei jeder Casting-Show.Alle wollen ein Foto mit oder wenigstens von Dir, und sei es nur beim Tanken oder Essen (beim Pinkeln oder Duschen bringt natürlich den Jackpot), zur Not auch versteckt aus dem Hinterhalt. 20 Foto-Shootings am Tag sind keine Seltenheit. Manch einer hat die ganze Nacht vor dem Bus geschlafen (abends um zehn war die Autogrammstunde schon vorbei), um am nächsten Vormittag dann endlich sein Interview mit Foto zu bekommen.

Diese VIP-Behandlung ist zwar manchmal ganz schmeichelhaft, die Grenze zur Belästigung wird dabei aber allzu oft überschritten. Nach wenigen Tagen verstehst Du, wie sich Brad Pitt fühlt, wenn er einfach mal eben ein Eis kaufen will, warum Stars Bodyguards haben und in einem schnellen Auto mit verspiegelten Scheiben sitzen.Viele Einheimische haben die Unart, mit dem Finger auf den gerade erspähten weißen Mann zu zeigen und dabei laut „Buleh!“ („Ausländer!“) zu rufen, auf dass das ganze Dorf zusammenkäme um das seltene Exemplar zu bestaunen. Anschließend wird gerne versucht, die Aufmerksamkeit des fremden Exoten mit Tierlauten zu gewinnen. Ich verstehe zwar einige Brocken Bahasa, aber mein Verständnis von und für Bell-, Schnalz-, Zisch- oder Pfeiflaute ist gleich Null. Weshalb nun überhaupt das ganze Aufheben um den Ausländer? Man weiß es nicht. Etlichen Dörflern entgeht so jedenfalls die Chance, den wilden Westler aus nächster Nähe zu betrachten. Weil er erst gar keinen Bock mehr hat anzuhalten.

Knüppel aus dem SackGleichzeitig wirken die Leute hier skeptischer als in anderen Ländern. Ständig muss ich den Pass zeigen, der ausgiebig fotokopiert wird. Es kommt mehrfach zu brenzligen Situationen. Mal wird der Bus vom Bauern von nebenan nach einer vermuteten Bombe durchsucht. Mal nehmen zehn Mann mit massiven Knüppeln rund um den Bus Aufstellung. Mal versucht eine ruppige Horde, spätabends in den Bus einzusteigen (auf der Suche nach Waffen), ausgerechnet als ich gerade mit einem Magen-Darm-Desaster kämpfe.

Island HoppingIndonesiens fast 14.000 Inseln erstrecken sich zwischen Malaysia und Papua-Neuguinea, zwischen Australien und den Philippinen. Auf ihnen leben fast eine Viertelmilliarde Menschen unterschiedlichster Völker, die allermeisten von ihnen Muslime. Massenhafte bittere Armut und ausufernde Slums gibt es ebenso wie eine rasant wachsende Mittelschicht. Nirgendwo sonst auf der Welt sind Facebook und Twitter beliebter als hier. Es wird schnell klar, dass das Leben eines Indonesiers mit dem Leben eines anderen nicht unbedingt viel gemein haben muss - mitunter trennen sie Welten, und nur Ausschnitte davon bekomme ich zu Gesicht.

Sumatra, die westlichste große Insel, einst komplett von schier endlosem Regenwald bedeckt, ist heute ein Fleckenteppich aus Waldresten, Feldern und riesigen Ölpalmen-Monokulturen. Die letzten Orang-Utans werden gerade aktiv ausgerottet.Dank eines langen Gebirgszuges findet sich oft eine Gelegenheit, dem tropisch-heißen Küstenklima zu entfliehen etwas, was in Thailand und Malaysia zuvor kaum möglich war. Die Entfernungen zwischen den interessanten Orten sind beträchtlich, und eigentlich nimmt hier für längere Strecken kein vernünftiger Mensch das Auto. Man kommt einfach nicht voran.

Java ist das wirtschaftliche Kernland Indonesiens und viermal so dicht besiedelt wie Deutschland, man fährt fast ausnahmslos durch Städte und Dörfer, meist im Schritttempo. Auf Java leben über 100 Millionen Menschen, allein knapp 30 Millionen im Großraum Jakarta. Die Mega-City ist arm an Sehenswürdigkeiten, aber reich an typischen Problemen eines so genannten Entwicklungslandes. Massive Umweltverschmutzung, Landflucht, Armut, Verkehrsinfarkt beschränken sich allerdings nicht nur auf die Hauptstadt. Als kulturelle Wiege des Landes beherbergt die Insel auch große hinduistische und buddhistische Tempelanlagen. Sie strahlen heute nur noch wenig Ursprünglichkeit aus, da sie leider in Lärm, Dreck und Touristenkarawanen untergehen.

Bali ist die vielseitigste der großen Inseln. Kunst und Kultur sind hier lebendiger als anderswo, die balinesische Architektur bringt imposante Tempel und Paläste hervor.Das Klima ist angenehm, der Lebensstandard höher, die Balinesen (überwiegend Hindus) wirken gebildeter, weltoffener, gelassener.Traumhafte Strände locken Surfer und Faulpelze an, man kann Vulkane erklimmen oder sich den Bauch voll schlagen mit internationaler, balinesischer, und wenn es sein muss auch javanischer oder Padang-Küche (aus Sumatra). Zwar ist die Insel quasi das Mallorca Australiens, und die Touri-Hochburg Kuta gewissermaßen der Ballermann von Bali. Andererseits ist es nach ein paar Jahren auf Achse auch mal wieder ganz schön, bei einem Schweinebraten in der FAZ zu blättern. Wie überall auf der Welt bleibt der Massentourismus auch hier ein zweischneidiges Schwert.Zum ersten Mal in Indonesien macht sich so etwas wie Entspannung breit, und ich verbringe ein paar paradiesische Wochen an den traumhaften Stränden der Südküste. Dank wunderbarer Begegnungen fühle ich mich bald fernab der Heimat zu Hause - mal wieder.

HopplaFür Spannung sorgt eines Abends ein plötzliches „Stolpern“ meines Herzens, dem ein tagelanges Stechen in der Brust vorausging. Unmittelbar darauf wird der linke Arm taub. Der Verdacht auf einen kleinen Herzinfarkt beschert mir eine ungewisse Nacht in der Notaufnahme und diverse Nachuntersuchungen. Am Ende stellt sich der „Ausrutscher“ jedoch als harmlos heraus und ich kann die Reise vorsichtig fortsetzen.Je weiter man von Bali nach Osten kommt, umso mehr hat man seine Ruhe, umso einsamer die Strände, umso entspannter das Reisen.

Auf Lombok kann ich einigen Goldsuchern bei ihrer lebensgefährlichen Arbeit über die Schulter schauen. Für eine Ausbeute von drei Gramm werden sie am Ende des Tages mit rund 100 Euro belohnt - nachdem sie das Gold zuvor eigenhändig in einer hochgiftigen Quecksilberlösung ausgewaschen haben.Überall in der Gegend drehen sich die zylinderförmigen Waschtrommeln, seit ein paar Jahren herrscht bei den ehemaligen Bauern ein regelrechter Goldrausch. Die brach liegende Landwirtschaft, das hohe Risiko für Leib und Leben, das Gemecker der Ehefrau daheim? Egal.

Auf Sumbawa schließlich kreuzen außerhalb der Siedlungen nur noch wenige Menschen meinen Weg, von Ausländern ganz zu schweigen. Menschenleere, traumhafte Buchten werden kurzerhand zu Parkbuchten. Die Einheimischen leben von Landwirtschaft (Reis, Mais, Teakholz) und Viehzucht (Pferde, Rinder, Büffel).

I am sailing (Straße von Malakka)

Indonesien

Captain Mulyono bei der Arbeit (Dumai/Sumatra)

Eris macht die Taue los.(Dumai/Sumatra)

Einer von zahllosen Umzügen (Balli/Lombok)

Goldsucher mit Fundstück (Lombok)

Zum ersten Mal am Äquator(nahe Padangsarai/Sumatra)

Und so sieht er aus der Nähe aus. (Äquator, nahe Padangsarai/Sumatra)

Per Fähre geht's von Insel zu Insel. (hier: Bali-Lombok)

Schülerinnen in Medan (Sumatra)

Hochzeitsfoto-Shooting mit Bus (Balangan/Bali)

Kinder vom Volk der Batak (Samosir Island/Tobasee, Sumatra)

Die SIM-Karte gibt's erst nach Foto mit der Belegschaft. (Dumai/Sumatra)

Sind das in der Mitte nicht zwei Hollywoodstars? (Bogor/Java)

Von Jakarta bis Bali ist Antje mit an Bord. (Taman Safari, Bogor/Java)

Und auch sie wird fleißig abgelichtet. (Borobudur/Java)

Gute Miene zum bösen Spiel: Fahren in Indonesien nervt. (nahe Palembang/Sumatra)

"Guten Morgen!" wünscht das ganze Team der Polizeiwache Pengandonan. (nahe Muaraenim/Sumatra)

Affentheater (Pengsong-Tempel/Lombok)

Nächtliches Ritual: Kröte bei der Tröpfeldusche am Abwasserauslass (Balangan/Bali)

Nur noch selten enthaupten fiese Schrumpfkopfindianer blonde Surferjünglinge. (Mekaki Beach/Lombok)

Selten ruhiges Idyll: Bucht nahe Plampang (Sumbawa)

Wohnhäuser der Batak auf Samosir Island (Tobasee/Sumatra)

Wagenrennen statt Fußball (Sumbawabesar/Sumbawa)

Wird kurz nach meiner Besteigung ausbrechen: der Vulkan Sinabung (nahe Berastagi/Sumatra)

Ich bekomme am Krater nur Schwefelwolken zu sehen - und zu riechen. (Mt. Sinabung/Sumatra)

Er nimmt's gelassen, er sitzt eh schon im Gehege: Orang-Utan (Taman Safari, Bogor/Java)

Der letzte Baum qualmt noch: Platz für neue Palmöl-Plantagen(nahe Bandar Lampung/Sumatra)

Relikt des größten Vulkanausbruchs der letzten zwei Millionen Jahre: der Tobasee (Sumatra)

Skulptur der Batak(Ambarita, Samosir Island, Tobasee/Sumatra)

Reisfelder im Harau Valley(nahe Payakumbuh/Sumatra)

Bauernhäuser im Harau Valley(nahe Payakumbuh/Sumatra)

"Why do you have Spätzle?", frag ich. "Cause I have the Hobel", sagt die Chefin. (Samosir Island, Tobasee/Sumatra)

Kulturlandschaft in Zentrajava (nahe Garut/Java)

Willkommen in der Hauptstadt (Jakarta/Java)

Kanal = Müllkippe (Jakarta/Java)

Sunda Kelapa, der einst von den holländischen Kolonialherren angelegte Hafen von Batavia, dem heutigen Jakarta

Prambanan, eine der größten hinduistischen...

... und Borobudur, eine der größten buddhistischen Tempelanlagen Südostasiens, befinden sich beide auf Java.

Surferkneipe (Balangan/Bali)

Infinity pool (Padang-Padang/Bali)

Franken unter sich: Werner aus Uffenheim lebt seit Jahren auf Bali.

"Big Swell": Enorme Wellen locken die Surfer aufs Meer. (Balangan/Bali)

Ruppiges Meer (nahe der Tempelanlage von Tanah Lot/Bali)

Massenspektakel:Eine Feuerbestattung steht an. (Ubud/Bali)

Aufwändige Figuren und ein riesiger Turm werden durch doe Stadt getragen...

Dann wird alles angezündet...

...und mit dem Gasbrenner an der Schädeldecke etwas nachgeholfen.

Das Ganze ist ein gesellschaftliches Ereignis. (Ubud/Bali)

Nordwestküste von Lombok

Goldsuchen ist ein Knochenjob. (Lombok)

Hier geht's weiter zuIndonesien - Teil 2

Goldsucher (Lombok)

Fischer-Katamaran (Lombok)

Der Fang trocknet in der Sonne (nahe Sumbawabesar/Sumbawa)

Fischerdorf(nahe Sumbawabesar/Sumbawa)

Straßenszene aus Bima (Sumbawa)

Kinder posieren vor dem alten Sultanspalast (Bima/Sumbawa)



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