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Laos

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Laos

August - Oktober 2011 -- Nach den anstrengenden Wochen in China ist in Laos erstmal Entspannung angesagt. Wir (der größte Teil unseres China-Konvois) genießen zunächst die Gastfreundschaft zweier langjähriger deutscher Entwicklungshelfer in Oudomsay, lernen dabei viel über das Land und blicken über die Reisfelder.Auf der touristischen Landkarte gewinnt Laos an Bedeutung, besonders kultur- und naturbegeisterte Rucksackreisende zieht es an. Auch das berühmt-berüchtigte „Goldene Dreieck“ lockt eine bestimmte Klientel und wird seinem Ruf als Opium-Eldorado nach wie vor gerecht (Anbau, Handel, Schmuggel).

Selbst in tosenden Wassern unzertrennlich: Rowan und ihr Kindle (Oudomsay)

Ein bunter Haufen (Oudomsay)

Der Dschungel, der Mekong und eine verschlafene HauptstadtIch kurve nach der ersten Erholungsphase in Nord-Laos langsam nach Süden und erkunde zunächst die Tempel der einstigen Königs- und Hauptstadt Luang Prabang. In den örtlichen Cafés warte ich einige Tage die Räumung eines Erdrutsches ab, der den wichtigsten Highway blockiert.

Die Ebene der Tonkrüge im Osten des Landes überrascht mit einem Tapetenwechsel: Statt tropischer Vegetation wachsen hier oben auf rund 900 Metern Höhe lichte Birkenwälder. Der Boden ist übersät mit Bombenkratern. Die namensgebenden, mysteriösen Tonkrüge liegen dagegen eher unspektakulär in der Gegend.

Die Traveller-Hochburg Vang Vieng bietet in erster Linie: Das sogenannte "Tubing". Käseweiße halbnackte Backpacker aus aller Welt lassen sich auf aufgeblasenen LKW-Schläuchen flussabwärts treiben - von einer Bar zur nächsten.Ich habe „Schnitzeling“ bevorzugt. Dabei legt man sich in den Schatten, isst mal ein Schnitzel und bleibt trocken.

Meine letzte Station ist die Hauptstadt Vientiane. Sie wächst rasant, und das nicht immer kontrolliert, wirkt aber eher verschlafen - laut Lonely Planet-Reiseführer die entspannteste Hauptstadt der Welt: Im Zentrum versprüht sie einen gemütlichen Charme, eine Mischung aus postkolonial, sozialistisch und chinesisch-kapitalistisch.

„Ööh-Ööööööh!“So bekundet der Laote seine Zustimmung. Sehr oft sagt er aber auch lachend: „Bo-mi, bo-mi! Tailänn, Tailänn!“ Zu Deutsch: Das verrückte Zeug, was Du willst (zum Beispiel einen Klappstuhl), das gibt's hier nicht. Dafür musst Du nach Thailand rüber.Generell sind die menschlichen Begegnungen fast immer ein Gewinn: Freundlichkeit, respektvolles Interesse und ein Lächeln sind hier selbstverständlich - auch wenn sich manch einer an den Umgang mit der komischen weißen Kartoffel mit der großen Nase und dem VW-Bus erst noch gewöhnen muss. Die Öffnung für den Tourismus liegt erst einige Jahre zurück, und in entlegenen Regionen gilt man schon mit einem Fahrrad als reicher Mann.

Ein vergessenes LandDie jüngere Geschichte des Landes liest sich traurig: Zwar war das Land während des Vietnamkrieges offiziell neutral, allerdings rekrutierte der US-Geheimdienst CIA im Volk der Hmong Truppenverbände. Was unter dem Kommando eines blutrünstigen Antikommunisten begann, gipfelte schließlich in einem beispiellosen Luftkrieg der USA, der bis zu seinem Ende geheim blieb. Mitfinanziert wurde der Einsatz durch die amerikanische Beteiligung am Heroin- und Opiumhandel. Rund 40.000 GIs kehrten deshalb als Junkies in ihre Heimat zurück.Die US-Luftwaffe hat über Laos mehr Bomben abgeworfen als über Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg zusammen - eine halbe Tonne Bomben pro Einwohner. Ein Drittel davon liegt noch undetoniert in der Landschaft. Dazu kommen Minen, Luftabwehrstellungen, Panzer. Von den Amerikanern 1973 alleingelassen, setzten die Hmong ihren bewaffneten Kampf gegen die Kommunisten bis vor wenigen Jahren als Guerillakämpfer aus dem Dschungel fort - gewaltsam, aber aussichtslos.In einigen Provinzen dienen Bomben als Blumentöpfe, Granaten als Dekoration, Munitionsreste werden zum Essbesteck in den Restaurants.Der Osten des Landes, entlang des einstigen Ho-Chi-Minh-Pfades, ist mit Bombenkratern übersät, auch das Entlaubungsmittel „Agent Orange“ wirkt bis heute. Bei der Explosion vermeintlicher Blindgänger sterben jedes Jahr hunderte Bauern, Kinder und Schrotthändler. Der Kampfmittelräumdienst arbeitet sich langsam durch das Land.

Laos ist grün-braunLandschaftlich dominieren saftig grüne Berge und Hügel, wenngleich die Landwirtschaft (Reis, Kautschuk, Ananas, Baumwolle, Edelhölzer) die einstigen Urwälder nahezu vollständig vernichtet hat. Teile des Landes werden aufgrund der Minen und Bomben landwirtschaftlich nicht genutzt, Laos ist auf Nahrungsmittelimporte angewiesen.Die gewaltigen, braunen Wassermassen des Mekong durchfließen das Land von Nord nach Süd. Ende 2011 sorgen sie in Verbindung mit starken Monsun-Regenfällen zu den katastrophalen Überflutungen in Südlaos, Kambodscha und Teilen Thailands.

Die Lage der NationLaos ist eines der ärmsten Länder der Welt. Bereits fünf Kilometer außerhalb der Hauptstadt gibt es teilweise kein fließendes Wasser, der Verkehr schleicht im Schneckentempo von Schlagloch zu Schlagloch. Ich beobachte, wie ein Mopedfahrer in einem davon fast untertaucht - das Loch war zu tief und rutschig, seine Maschine zu schwer.Die entwicklungshemmende Wirkung des Vietnamkrieges und seiner fatalen Folgen muss man sicherlich im Hinterkopf behalten, wenn man den heutigen Lebensstandard im Land betrachtet.Anderseits ist Laos ein weiterer sozialistischer Einparteienstaat, der seinen Bürgern grundlegende Rechte und Freiheiten vorenthält. Die Medien sind zensiert. Der bürokratische Verwaltungsapparat ist von Inkompetenz, Faulheit und Korruption durchsetzt. Das Bildungsniveau ist auffallend niedrig, den vielen jungen Laoten fehlt es an Perspektiven. Kaum ein modernes Gebäude, das nicht vom Ausland gebaut oder wenigstens finanziert wurde. Die Hauptstraßen der Hauptstadt Vientiane hat Japan gestiftet und asphaltiert, die Uferpromenade am Mekong übernimmt Südkorea, der Ausbau des Highway 13, der wichtigsten Verkehrsverbindung des Landes, geht auf Rechnung der Chinesen.Der mächtige Nachbar China ist es auch, der große landwirtschaftliche Nutzflächen in Laos aufkauft oder für viele Jahre pachtet: Chinesische Bauern werden von Peking dafür kräftig subventioniert. Nicht wenigen laotischen Bauern verhilft dieser Deal zwar kurzfristig zum ersten Moped oder Pick Up, doch sie bezahlen langfristig auch mit ihrer wirtschaftlichen Perspektive und ihrer Nahrungsmittelversorgung.Diese und andere wirtschaftliche Entwicklungen tragen keine erkennbaren sozialistischen Züge mehr, die Marktwirtschaft hält Einzug. Ob diese Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik für die Mehrheit der Laoten langfristig gewinnbringend sein wird, erscheint fraglich. Der Hunger nach Mopeds, Autos und Konsumgütern ist jedenfalls geweckt - und nicht jeder kann ihn stillen. Oft wandert das Geld jedoch ins Einkaufsparadies jenseits des Mekong: nach Thailand.

Warten auf die PumpeUnser China-Konvoi löst sich in Laos langsam auf: Uwe braust mit seinem Land Cruiser bei erstbester Gelegenheit davon. Bart und Rowan wühlen sich später mit ihren silbergrauen 15 Tonnen durch die schlammigen Spuren des Ho Chi Minh-Pfades bevor sie das überflutete Bangkok "durchtauchen" um dann zügig weiter nach Malaysia zu fahren. Stefan, Petra und Hund Mandu zieht es schließlich nach Thailand.Ich streife am Ende sechs Wochen durch die Hauptstadt und warte auf eine neue Wasserpumpe aus Deutschland. DHL hatte Vientiane mit Vietnam verwechselt und die Lieferung wird für verschollen erklärt, bevor sie dann endlich doch noch eintrifft - natürlich erst, nachdem ich alles noch mal bestellt hatte. Glücklicherweise kann ich mich solange in der Werkstatt eines kanadischen Mechanikers einnisten.Wegen der langen Wartezeit läuft mein Visum ab, aufgrund der vielen Verlängerungen ist mein Reisepass voll, außerdem droht mir kurzfristig eine Haftstrafe wegen Zollverstoßes, weil ich mein Fahrzeug nicht fristgerecht ausführe. Der Oberzöllner zeigt allerdings Verständnis und lässt mich schließlich auch mit längst abgelaufenen Papieren ausreisen.Auf der „Freundschaftsbrücke“ rolle ich nach gut zwei Monaten in Laos über den Mekong nach Thailand, wo ich aber zunächst nur kurz durchfahre um nach Kambodscha zu gelangen.

LAOS (Stand 10/2011):RouteMohan (aus China) - Boten - Oudomsay - Pakmong - Luang Prabang - Phou Khoun - Phonsavan - Phou Khoun - Vang Vieng - Vientiane - Nong Khai (nach Thailand)Einreise via Grenzübergang Mohan/Boten (aus China)Problemlos, freundlich, Zeitaufwand ca. eine Stunde inkl. Abschluss einer KFZ-Haftpflicht für Laos (PKW EUR ca. 26,-/Monat). Bei der Einreise muss der chinesische Ausreisestempel vorgelegt werden. Visa on Arrival: ca. EUR 30,- für 30 Tage. In Grenznähe kleine Restaurants und eine Tankstelle.Ausreise via „Friendship Bridge“ Vientiane/Nong Khai (nach Thailand)Problemlos, ca. zwei Stunden. Gebühren für Ausreise und Brückenmaut ca. EUR 4,-.StraßenRechtsverkehr, bisweilen etwas träumerischer Fahrstil, es mangelt an Erfahrung und Risikobewusstsein. Das Straßennetz ist dünn. Der generelle Zustand ist schlecht, Bautätigkeit ist selten erkennbar. In gutem Zustand sind: Highway 13 von der chinesischen Grenze in Boten bis Oudomsay und von Pakmong bis etwa 30km nördlich von Vang Vieng, sowie von Vientiane bis zur kambodschanischen Grenze, Highway 7 von Phou Khoun bis Phonsavanh. Viele Straßen sind in der Regenzeit anfällig für Überflutungen, Unterspülungen und Erdrutsche. Die Aufräumarbeiten können mehrere Tage in Anspruch nehmen, es bildet sich ein Stau. Es gibt keine Promillegrenze.KraftstoffBenzin und Diesel sind immer erhältlich, Benzin („Regular“) kostet ca. EUR 1,-, Diesel ca. EUR 0,80. Flüssiges Propangas (LPG) ist nur in Flaschen erhältlich. In allen Nachbarländern sind Kraftstoffe billiger. Das Tankstellennetz ist mittelmäßig dicht, man findet aber immer mindestens ein paar Flaschen Benzin.CampingIn der Regenzeit teilweise schwierige Stellplatzsuche, da abseits befestigter Straßen häufig alles im Schlamm versinkt. Es können enorme Regenmengen binnen weniger Stunden fallen, Pegelstände von Flüssen, Seen und Pfützen steigen mitunter plötzlich an. Vorsicht vor herumliegenden unexplodierten Sprengkörpern („UXO“, siehe nächster Absatz). Einige Stellplatztipps finden sich in meiner Stellplatzliste.SonstigesDie Versorgungslage mit vielen v.a. hochwertigen Gütern ist schlecht. Importprodukte aus Thailand und Europa sind sehr teuer, das Preisniveau ist generell recht hoch. Chinesische Billigprodukte sind teurer als in China. Stromausfälle können mitunter auch die Wasserversorgung in Mitleidenschaft ziehen. Das betrifft auch die Hauptstadt Vientiane. Laos ist Malaria-Hochrisikogebiet. In einigen Landesteilen besteht Gefahr durch noch nicht detonierte Sprengkörper (engl. unexploded ordnance, „UXO“) aus dem Indochina- und Vietnamkrieg. Geldautomaten findet man in größeren Städten. Alle Medien sind staatlich und zensiert. Die Bandbreiten bei Internetverbindungen sind gering, häufige Netzausfälle. Ein ganzjährig kühleres Klima herrscht auf der Ebene der Tonkrüge (Distrikt Phonsavanh), dort Nachttemperaturen im September bei ca. 20 Grad.Hier der Reisehinweis des Auswärtigen Amtes.

Geisterhaus: So sollen Geister für ihre Vertreibung beim Hausbau entschädigt werden. (Vang Vieng)

Lebensader Südostasiens: Der Mekong (nahe Luang Prabang)

Oldtimer (Luang Prabang)

Goldiger Buddha (nahe Luang Prabang)

Heilige Höhlen: Hunderte Buddhas in den Höhlen von Pak Ou(nahe Luang Prabang)

Tempel am Königspalast (Luang Prabang)

Die Ebene der Tonkrüge. Unklar ist, warum oder und wie lange sie hier liegen. (Phonsavan)

Bombenkrater (Phonsavan)

Hätte das Zeug zum Wappentier: Gecko (Vientiane)

Hochland im Nordosten des Landes (nahe Phou Khoun)

Flusslandschaft (Vang Vieng)

Opposition unerwünscht: Nationalversammlung (Vientiane)

Patou Xai: Unfertiger Triumphbogen aus Beton (Vientiane)

Gebirgslandschaft in Zentrallaos (nahe Phou Khoun)

Nationalsymbol von Laos: Pha That Luang, die königliche Stupa (Vientiane)

Jetzt nur keine kalten Füße bekommen: Speisekarte im China-Restaurant (Vientiane)

Oder doch lieber Altbekanntes? (Vientiane)

Filme- statt Speisekarte: Eine Portion heruntergeladene Raubkopien zum Café? (Vientiane)

Mal dieses Klopapier probieren? Die jährlichen Bootsrennen sind auch Verbrauchermesse. (Vientiane)

Besser, man fragt ihn nicht nach dem Weg. (im Buddha-Park, nahe Thanaleng)

Sie macht Papier(nahe Luang Prabang)

...und die spinnt.(nahe Luang Prabang)

Rot heißt Bombe/Mine. (Karte, Phonsavan)

Warnschild (Phonsavan)

Und nochmal in lustig(Phonsavan)

Bombige Deko (Phonsavan)

Saftiges Grün so weit das Auge reicht (nahe Vang Vieng)

Ein trauriger Rest Regenwald (nahe Oudomsay)

Was man hier nicht sieht,sind Hitze und Luftfeuchte.(nahe Vang Vieng)

Nassreisfeld (nahe Vientiane)

Landhaus (nahe Vientiane)

Dieses Bild zeigt ein Drittel des laotischen Autobahnnetzes. (nahe Vientiane)

Buddha-Park eines Sammlers (nahe Thanaleng)

Auf dem Bahnhof von Thanaleng ist die Hölle los. (Thanaleng)

Das liegt vielleicht daran, dass es der einzige Bahnhof des Landes ist. (Thanaleng)

Auch der Straßenverkehr hält sich in Grenzen. (nahe Pakmong)

Seitenwechsel: Laos fährt rechts, Thailand links. (Friendship Bridge, Thanaleng)

Mit den jährlichen Bootsrennen auf dem Mekong wird das Ende der buddhistischen Regenzeit begangen. (Vientiane)

Überfüllte Mekongpromenade: Die Bootsrennen sind ein Spektakel für die Massen. (Vientiane)

Man geht ihm besser aus dem Weg: Der Helldriver vom Mekong (Vientiane)

Die heiß ersehnte Wasserpumpe. Ich liebe DHL. (Vientiane)



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