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Nepal

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fabianpickel

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KathmanduAuf einige faule Wochen im Trekking-Eldorado Pokhara folgen weitere noch viel faulere Wochen in Kathmandu. Touristisch hat man sich die Hauptstadt innerhalb weniger Tage erschlossen. Sie bietet einige Tempel und mehrere alte, von Pagoden dominierte Plätze, die durchaus einen gewissen Charme versprühen.Ansonsten platzt das Kathmandu-Tal, Nepals größter Ballungsraum, aus allen Nähten. Wie in vielen Städten der Dritten Welt hält der Ausbau der Infrastruktur mit dem Bevölkerungszuwachs nicht Schritt. Das Abwasser läuft oberirdisch durch die Stadt. Der Müll wird in Flüsse gekippt oder auf der Straße angezündet. Es gibt keinen öffentlichen Nahverkehr, keine Straßenbeleuchtung, dafür - jetzt neu! - Smog und Dauerstau. Bei Regen versinken selbst Hauptstraßen im Schlamm. Täglich fällt bis zu 16 Stunden der Strom aus. Während meines Aufenthaltes gab es zwei Wochen lang weder Benzin noch Gas. Es verwundert kaum, dass viele Nepalesen auf die politische Elite eher schlecht zu sprechen sind.

Nepal

Mai - August 2011 -- Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen dem König, dem Parlament und maoistischen Rebellen steht Nepal vor einem Neuanfang.Seit 2008 wartet das Volk auf die Verabschiedung einer neuen Verfassung, vor der mehrfach verschobenen Deadline kommt es regelmäßig zu Generalstreiks, die kompromisslos durchgesetzt werden. Auch wenn von dem zehn Jahre andauernden Bürgerkrieg (1996 bis 2006) im Straßenbild kaum etwas zu sehen ist, so wird doch deutlich, dass die junge Bundesrepublik ein noch fragiles politisches Gebilde darstellt. Die Organisation des Landes wird durch die Geografie erschwert: Bis sich Nachrichten in die hintersten Täler des Himalaya herumgesprochen haben, dauert es seine Zeit.

Ottonormalnepalese... ist Hindu, wohnt in einem der Ballungszentren Kathmandu oder Pokhara oder auch im Tiefland entlang der indischen Grenze. Auch hier entscheiden weniger Talent oder Fleiß über das persönliche Schicksal, sondern eher Landbesitz, Kastenzugehörigkeit und Wohnort. Zwischen dem Alltag eines Bergbauern in einem abgelegenen Hochtal und dem eines Büroangestellten in Kathmandu liegen Welten.

Die ersten Minuten in NepalEs fühlt sich an, als sei ich versehentlich nach Nordkorea eingereist: Kein motorisiertes Fahrzeug weit und breit, alle anderen sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Ich blicke, anders als noch in Indien, in deutlich asiatische Gesichter.Zwar bin ich in Nepal, aber ein dreitägiger Streik wurde ausgerufen. Wie erwähnt, soll bald eine neue Verfassung verabschiedet werden, da will vorher jede Interessensgruppe noch mal auf ihre Anliegen aufmerksam machen. Dann ruft man via Radio oder Lautsprecherwagen einfach einen Streik aus, verbietet das Benutzen motorisierter Fahrzeuge, vermint Straßen und Wege und droht mit Anschlägen auf Streikbrecher. Das gesamte öffentliche Leben kommt faktisch zum Erliegen: Der Bauer darf seinen Traktor nicht benutzen, der Arbeiter seine Maschine nicht einschalten, und überhaupt darf sich niemand per Auto, Motorrad oder Bus fortbewegen. Selbst das Militär geht zu Fuß und steht tatenlos in den Straßen, wo heißblütige Aktivisten ihre Straßensperren errichten. Es bleibt mir ein Rätsel, wie man so politische Unterstützung gewinnen will.Erst nachdem ich mehrere Stunden lang auf die Polizeibeamten an der Grenze einrede, darf ich fahren. Allerdings müssen auf jeder Fahrzeugseite groß die Worte GERMANY und TOURIST stehen, denn Touristen sind von den Streiks ausgenommen.Insgesamt ist das Reisen in Nepal relativ entspannt, dazu tragen vor allem die freundlichen Nepalesen bei, aber auch das angenehme Klima. Die Menschen sind etwas zurückhaltender und weniger neugierig als in Indien. Fast so, als hätten sie schon mal einen Ausländer gesehen.

Schattenparken und AusschlafenMein erstes Ziel in Nepal ist es, Höhe zu gewinnen um der brutalen Hitze im Tiefland zu entfliehen. So erhole ich mich während der ersten Tage im Schatten eines riesigen Baumes, bei den herzlichen Nachbarn bin ich bereits am ersten Abend voll integriert. Auf den Tisch kommt das Nationalgericht „Dal Bhat“ (Reis, Gemüse, Linsensuppe), auf meinen Kopf die typisch nepalesische Kopfbedeckung „Topi“, anschließend liegen wir vor der Glotze und lachen über den naiven Trottel in einer nepalesischen Comedyserie.Viele Nepalesen gehen früh zu Bett und stehen mit der Sonne wieder auf. Es amüsiert sie köstlich, dass der Herr Ex-Exportweltmeister bis morgens um zehn im Bett rumliegt. Selbst in der Hauptstadt sind die Straßen nach 21 Uhr wie leergefegt.Doch nicht nur das unterscheidet die westliche und die nepalesische Lebensweise. Während ich alle paar Tage eine Versorgungsstation brauche, sind viele Nepalesen Selbstversorger. Dabei produzieren sie keinerlei problematischen Abfall. Selbst ihre Teller flechten sie selbst - aus großen Blättern und Zahnstochern.

Der Berg ruftWer Nepal erleben will, der muss die wenigen Straßen verlassen und ab in die Berge. Anders als in den Alpen sind die meisten Himalaya-Täler verkehrstechnisch nicht erschlossen. So werden aus relativ geringen Entfernungen schnell tage- oder wochenlange Märsche, auf denen einige Höhenkilometer überwunden werden wollen.Mit Angelika, meiner trittfesten und sehr ausdauernden österreichischen Begleitung, wandere ich von Pokhara zum Annapurna Base Camp (4200m) und zurück. Das Gipfelpanorama bekommen wir nur ein paar Minuten zu Gesicht, meist ist der Himmel leider wolkenverhangen. Wieso wir für die 50 Kilometer Luftlinie eine ganze Woche brauchen, ist mir jetzt auch schleierhaft. Laut Streckenprofil betrug der Höhenunterschied rund zwölf Kilometer.

Nepalesische Träger sehen zwar nicht so aus, sie sind aber verdammt zähe Burschen. Auf ihren Rücken transportieren sie jeweils bis zu 120 Kilogramm - in Flip Flops und T-Shirt, auch auf über 4000 Metern. Jeder deutsche Goretexstiefel- und Thermo-Unter-wäsche-Verkäufer würde ihnen den sicheren Tod voraussagen.Aber scheinbar kaufen die Nepalesen ihre Ausrüstung beim Fachmann.

Bereits Mitte Mai sammelt sich in Kathmandu unser Konvoi für die Weiterfahrt durch Tibet und China.Doch der Jahrestag der Befreiung bzw. Besatzung Tibets (je nach Perspektive) steht bevor. In der Region brechen Unruhen aus, einige tibetische Mönche werden getötet. China schließt die tibetische Grenze für Ausländer, offensichtlich fürchtet die Führung neugierige Augen in der umstrittenen Region. Nach sieben langen Wochen Wartezeit in Kathmandu bekommen wir schließlich grünes Licht.Die letzten Kilometer vor der Grenze haben es dann noch mal in sich. Der VW-Bus versinkt im Schlamm, die einzige Straßenverbindung nach China ist eine Katastrophe. Trotz Regen, Dunkelheit und vorausgegangenem Alkoholkonsum ebnet ein vor Ort rekrutierter Bautrupp für 40 Dollar die Piste wieder ein. Die Schäden am Fahrzeug werde ich später in Laos beheben lassen.Am nächsten Tag bekommen wir einen Vorgeschmack auf die chinesische Bürokratie. Schließlich rollen jedoch alle vier Fahrzeuge unseres Konvois über die nepalesisch-chinesische „Freundschaftsbrücke“ nach Tibet.

Tag der Offenen Bustür (Tansen)

Der Teufel steckt oft im Tempel (Kathmandu)

Bergpfad (Annapurna-Region)

Straßenszene (Kathmandu)

Ein normaler Inlandsflug (Annapurna-Region)

Zum Vergleich: links ein Deutscher, rechts ein Nepalese (Pokhara)

Streik bedeutet: Mobilität wie vor 100 Jahren (nahe Butwal)

Nur wenigen ist da nach Luftsprüngen zu Mute... (Tansen)

Manche liegen lieber einfach nur rum (Annapurna-Region)

...oder sitzen in der Sonne (Tansen)

Natürlich wollte ich auch auf den Everest. Aber: Er war zu. (Pokhara)

Ratten sehen zwar knuffig aus, sind aber ein Albtraum, wenn man sie wochenlang im Auto hat. (Changunarayan)

Diese Bergziegen schütteln nur noch den Kopf, wenn sie Wanderer sehen. (Annapurna-Region)

Fürstlicher Gastgeber mit Enkelin (Tansen)

Andere Zeitrechnung: Happy 2068! Da kann man sich auch mal eine neue Lampe gönnen. (Pokhara)

Mitte rechts: Annapurna I (8091m), der zehnthöchste Berg der Erde. (Annapurna Base Camp)

Auf und nieder, immer wieder... (Annapurna-Region)

Gasthaus für Touristen (Annapurna-Region)

Blick zum Machhapuchhre (6997m) (Annapurna-Regiol)

Annapurna Base Camp

Es war einmal ein Gletscher (Annapurna Base Camp)

Über 4000m wird die Luft spürbar dünn. Er rechts läuft trotzdem den Annapurna-Marathon. (Annapurna Base Camp)

Optische Täuschung? Nein, der Körper passt sich an: Nach der Tour hatten Angelika und ich deutlich größere Füße als Köpfe.

Alles klar? Das Annapurna Base Camp liegt gleich hinter dem Leoparden. (Annapurna-Region)

Ein Träger hat einen Eimer heißes Wasser tagelang bis auf 4200m transportiert - ohne, dass es abgekühlt oder übergeschwappt ist. Deshalb kostet es 3,50 Euro. (Annapurna Base Camp)

Nur kurz reißt der Himmel auf...

...bevor das Tal wieder wie eine Badewanne vollläuft - mit Nebel. (Annapurna Base Camp)

Swayambunath-Stupa (Kathmandu)

Tempelanlage (Changunarayan)

Nepal ist die Heimat der Pagode. (Kathmandu)

Patan Durbar Square (Kathmandu)

Zu einem Festival wird dieser "Streitwagen" durch die Stadt gerollt. (Kathmandu)

In Asien haben selbst Schweine schwarze Haare. (Kathmandu)

Der Stellplatz will stets mit Bedacht gewählt sein. (Kathmandu)

Nach einem Regenguss (Kathmandu)

Mein Zuhause in Irwins Werkstatt (Kathmandu)

Abschiedsgrillen nach sieben Wochen im StandBy (Kathmandu)

Zwangspause im Morast: Der Helfer in Gelb hätte zwar auch einen Bulldozer, aber er war zu besoffen um ihn zu steuern. (Barabise)

In den folgenden Wochen erreichen uns schlechte Nachrichten aus Nepal. Busunglücke, mehrere Flugzeugabstürze, Erdrutsche und ein Erdbeben in der Himalaya-Region machen uns betroffen, wenn wir an unsere Freunde und Bekannten in Nepal denken.

Ausreise nach Tibet: Unser Konvoi auf der "Freundschaftsbrücke" (Kodari)

Weitere Informationen

NEPAL (Stand 07/2011)RouteBhairahawa (aus Indien) - Butwal - Tansen - Pokhara - Bandipur - Kathmandu - Bhaktapur - Kodari (nach Tibet/China)Einreise via Grenzübergang Belahiya (aus Indien, südlich von Butwal)Problemlos, Visa on Arrival für 15, 30 oder 90 Tage, Kosten EUR 2,-/Tag. Das Carnet de Passages wird nur solange datiert, wie das Visum gültig ist - man muss also das Carnet verlängern (geht nur beim Zoll am Grenzübergang oder am Flughafen Kathmandu). Bei mir wurde aber auch die Überschreitung der Frist bei der Ausreise nicht geahndet.Ausreise via Grenzübergang Kodari/Zhangmu (nach Tibet/China)Problemlos, zur Einreise nach China siehe Tibet/ChinaStraßenLinksverkehr. Der Zustand der Hauptverbindungsstraßen ist schlecht, der der Nebenstraßen sehr schlecht. Allradfahrzeuge sind hier klar im Vorteil. Der Mahendra Highway (auch East West Highway) im Terai sowie der Prithvi Highway (Pokhara-Kathmandu) sind in akzeptablem Zustand. Für die Verbindung von Pokhara nach Jomsom ist ab Beni große Bodenfreiheit erforderlich. Bandipur ist per LKW nicht zu erreichen (keine Wendemöglichkeit). Der Arniko Highway ist zwischen Barabise und der chinesischen Grenze oft von Erdrutschen betroffen und dann möglicherweise einige Tage gesperrt oder nur schwierig befahrbar (Allrad, große Bodenfreiheit). Viele Nepalesen beherrschen ihre Fahrzeuge nicht, das gilt auch für Bus- und LKW-Fahrer, es besteht ein hohes Unfallrisiko. Eine Straßenverkehrsordnung existiert nicht. Bei Unfällen werden alle Parteien bis zum Gerichtsurteil inhaftiert.KraftstoffBenzin (ca. EUR 1,-/Liter) und Diesel (ca. EUR 0,75/Liter) sind erhältlich. Es kommt regelmäßig zu Engpässen in der Kraftstoffversorgung (v.a. Benzin und LPG). Davon betroffen ist auch das Kathmandutal.CampingGrundsätzlich kein Problem, mitunter ist es aber schwierig, ebene, befestigte Flächen abseits der Straße zu finden. Einige Stellplatztipps finden sich in meiner Stellplatzliste.SonstigesHochwertige Produkte (Ersatzteile, technische Bauteile, Haushaltsartikel, westliche Lebensmittel) sind kaum erhältlich. Mehrmals täglich wird der Strom abgeschaltet. Die Blackouts dauern bis zu 16 Stunden und können auch die Wasserversorgung beeinträchtigen. In der Regenzeit sind viele Straßen unpassierbar (überflutet oder weggespült). Nepal ist nicht in allen Bereichen ein Rechtsstaat, Korruption ist weit verbreitet. Bei Streiks kommt das öffentliche Leben sowie der Verkehr vollständig zum Erliegen, auch der Einsatz von Rettungswagen bzw. -hubschraubern kann davon betroffen sein. Zu diesem Thema siehe auch:Hier der Reisehinweis des Auswärtigen Amtes



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