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Türkei

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fabianpickel

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Dezember 2010 - Februar 2011 -- Entgegen einer weit verbreiteten Annahme gibt es auch in der Türkei einen kalten, feuchten Winter. Nur ein schmaler Küstenstreifen am Mittelmeer, ganz im Süden, genießt ganzjährig Sonnenschein und Temperaturen über 20°C. Somit bin ich heilfroh über die Standheizung, ohne die auch die Flüssigkeiten an Bord eingefroren wären.Meine Route führt mich von Istanbul nordöstlich um das Marmarameer herum und dann durch das zentralanatolische Hochland - oft auch als das wahre "Herz" der Türkei bezeichnet - nach Süden bis an die Küste bei Antalya.Es folgt ein Abstecher in die eigentümliche Landschaft Kappadokiens, rund dreihundert Kilometer nordöstlich. Anschließend geht es wieder an die Mittelmeerküste, vorbei an Adana und schließlich über die syrische Grenze. Einige Wochen später, auf dem Weg von Syrien in den Iran, durchquere ich dann noch einmal den äußersten Südosten der Türkei, eine tief verschneite Gebirgslandschaft mit hoher Militärpräsenz.

West-AnatolienWenn man den Großraum Istanbul erst einmal verlassen hat, geht es auf rund 1000m Höhe durch hügelige, relativ karge Steppenlandschaften und vereinzelte Waldstücke. Auch wenn die Jahreszeit (Dezember/Januar) für diese Gegend nicht ideal ist, ist das Reisen wie fast überall in der Türkei (Ausnahme: Südosten im Winter) sehr entspannt. Es gibt Einiges zu sehen - historisch, architektonisch, landschaftlich. Die Menschen sind gastfreundlich, herzlich und stets hilfsbereit.In der Nähe der Opium-Hauptstadt Afyon sehe ich mir unter anderem die Jahrtausende alten Sandsteingräber der Phrygier an, auch die Stadt selbst lohnt einen Abstecher. Nachdem mich eine Gruppe kurdischer Studenten zu einem interessanten Abendessen in ihr Wohnheim einlädt, zieht es mich weiter nach Süden.Auch den Kalksinterterrassen von Pamukkale statte ich einen Besuch ab: Eine bizarre Landschaft, wo auf einer Breite von ungefähr zwei Kilometern warmes Thermalwasser einen Berg herabfließt. Im Laufe der Jahrtausende hat es so die bekannten Terrassen geformt. Horden von Touristen trotten heute durch die natürlichen Wasserbecken den Hang hinauf, wo bereits die Römer eine stattliche Siedlung (Hierapolis) errichtet hatten.

Ost-AnatolienDas „wilde Kurdistan“, für viele Türken gleichbedeutend mit Terror und Hass, ist für den Reisenden eigentlich unproblematisch, aber es folgt ein Militär-Checkpoint auf den nächsten. Die Sicherheitskräfte, die hier Dienst tun, fürchten um ihr Leben. Der Grund: die PKK.Glücklicherweise stellt auch diese bisher winterlichste Etappe keine unüberwindbare Hürde dar. Bei unter -25°C wird das Leben im Auto allerdings langsam kritisch, und unfreiwillig hört man mit einem Ohr ständig auf die Standheizung, die dann permanent laufen muss (oder alternativ der Motor). Auch ein paar Schneeketten im Gepäck wären beruhigend - bei den Einheimischen gehören sie zur Standardausrüstung. Mit über einem Meter Schnee, vereisten Strassen und Anti-Terror-Polizei an jeder Ecke ist die Gegend im Winter nicht unbedingt ein Ort zum Wohlfühlen.Am Ende läuft alles glatt und ich kann über den Grenzübergang Esendere/Serou problemlos in den Iran ausreisen. Keine Spur von Chaos wie bei der Einreise nach Syrien. Zuvor "räume ich noch etwas auf" im Auto - und GPS, Festplatten, Presseausweis, Laptop und Handy verschwinden für eine Zeit.

Autobahn am Marmarameer, östlich von Istanbul (Körfez)

Östlich von Istanbul liegen die wichtigsten Häfen des Landes. Container-Terminals, Industrieanlagen und Raffinerien reihen sich aneinander.(Körfez)

Bei meinem Kumpel Baris kann ich zum Glück eine weihnachtliche Magenverstimmung auskurieren.(Istanbul)

Spätestens mittags verschwinden türkische Städte im Smog. Man heizt mit Holz, Öl, Kohle oder Müll. Und der Fotograf darf's wieder ausbaden. (Afyon)

Häuserzeile in der Altstadt von Afyon

Ein schöner, ruhiger Stellplatz... wäre es gewesen, wenn nicht nachts jemand blindlings in der Gegend rumgeballert hätte. (Korkuteli)

Salzsee im zentralanatolischen Hochland (Tuzla-See)

"Türkische Riviera"Auch die dicht besiedelte türkische Mittelmeerküste bei Antalya ist fest in der Hand des Massentourismus. Auch wenn oder gerade weil die meisten Hotels im Winter geschlossen haben und Bauarbeiten durchführen, kann ich hier ein paar entspannte, sonnige, warme Tage am Strand genießen.

Verlockende Badewanne: Warmes Thermalwasser plätschert die Kalksinterterrassen herab. (Pamukkale)

Schlechte Straßen und nichts zu sehen - beides selten in der Türkei (Eskisehir)

KappadokienKurz darauf geht es wieder ins Hochland. Kappadokien besticht durch seine Erdpyramiden, die vor Jahrhunderten bereits als Siedlungsraum genutzt wurden. So lassen sich beispielsweise ehemalige Wohnungen, Kirchen und Gräber bestaunen, die in das Gestein gehauen wurden.Der Route der historischen Bagdadbahn folgend, fahre ich danach über die Kylikische Pforte in Richtung Syrien. Der Weg von Syrien in den Iran führt mich später erneut durch die Türkei, diesmal durch den äußersten Südosten.

Feierabend (nahe Side)

Sylvesterabend unter Palmen (nahe Side)

Kein Land in Sicht: Viel näher am Meer kann man nicht stehen. (nahe Antalya)

Taurus-Gebirge westlich von Antalya (Phaselis)

Abendstimmung (Phaselis)

Nicht gemauert, sondern gehauen: Troglodyten-Festung mit 360°-Panorama (Üchisar)

Einstige Zufluchtstätte für Christen im Oströmischen Reich: in Stein gehauene Klosteranlage in Kappadokien (Göreme)

Der Liter Benzin für zwei Euro: Nirgends auf der Welt ist der Sprit so teuer wie in der Türkei (Afyon)

Tuffsteinkegel und Erdpyramiden in Kappadokien (nahe Göreme)

Auf das Wüstenklima in Syrien und Jordanien folgte der Winter. Der Südosten der Türkei bietet eine unverbaute Berglandschaft, wie sie in Europa kaum noch zu finden ist. (nahe Hakkari)

Auf jedem Buckel eine Festung:Das Militär hat die Region fest im Griff (Yemisli)

Noch ein paar Meter bis nach Syrien (Grenzübergang Bab el-Hawa)

Yüksekova ist das regionale Zentrum für den äußersten Südosten der Türkei. Bis zur irakischen und iranischen Grenze sind es jeweils nur wenige Kilometer. (Yüksekova)

Kälter als im Gefrierfach: -26,8°C, der bisherige Kälterekord der Tour. (Yüksekova)

Weitere Informationen

TÜRKEI (Stand 12/2010):Route1. Kapitan Andreevo/Edirne (aus Bulgarien) - Istanbul - Izmit - Eskişehir - Afyon - Dinar - Denizli - Pamukkale - Esen - Antalya - Manavgat - Kayseri - Adana - Iskenderum - Reyhanli (nach Syrien)2. Al Qamishli/Nusaybin (aus Syrien) - Cizre - Hakkari - Yüksekova (nach Iran)Straßen...sind innerorts wechselhaft, außerorts meist gut, im Südosten teilweise schlecht. Letzteres gilt vor allem für die D400 von Sirnak bis Köprülü (irakische Grenze). Autobahnmaut wird erhoben, aber Ausländer fallen offenbar durchs Raster: Fährt man ohne Bezahlung durch die Abonnentenspur an den Mautstationen, dann heult eine Sirene auf und es passiert... nichts. Das Kennzeichen wird fotografiert, aber bei mir hatte es keine Konsequenzen. Offiziell muss man sich eine Mautkarte besorgen, irgendwo seine Kreditkartendaten hinterlegen und mit seinem Kennzeichen verknüpfen, dann wird das abgebucht. Dies gilt auch für die beiden Autobahnbrücken über den Bosporus in Istanbul. Es ist offenbar nicht besonders billig - wenn man bezahlt.Benzin...mit 95 Oktan gibt's an vielen Tankstellen, kostet EUR 2,05/L, Diesel gibts überall in zwei Qualitäten, der bessere kostet ca. EUR 1,50/L. Kreditkarten werden akzeptiert.CampingPlätze gibt es in Touristenzentren (Südküste, Pamukkale, Kappadokien), sonst kaum. Die Polizei findet wildes Camping zu gefährlich und vertreibt einen. Also gut verstecken oder in Siedlungen (z.B. an Tankstellen) bleiben. Tatsächlich ballern gelegentlich Leute zum Spaß in der Prärie rum. Man findet aber leicht geeignete Plätze, wo man nicht erschossen wird.Istanbul hat keinen Campingplatz, aber einige gut gelegene bewachte Parkplätze, u.a. auf der Südseite des Goldenen Horns (am besten abends oder nachts anfahren, da ist es weniger stressig und es gibt mehr freie Plätze). Siehe auch meine Stellplatzliste.SonstigesWohnwagengespanne sollten die Bodenfreiheit im Blick haben: Es wimmelt nur so vor ungekennzeichneten Bremshügeln (auch an unsinnigster Stelle), aberwitzigen Steigungen und Unebenheiten. Wasser gibt es in der Nordtürkei an jeder Tankstelle, Strom (220V, unsere Stecker passen überall) wird schon schwieriger. Die Versorgung mit Propangas (LPG) ist problemlos. Die Türkei ist kein Billigland.Der Südosten...ist ein Fall für sich. Hier läuft nichts ohne das Militär. Immer wieder führt das türkische Militär hier Einsätze gegen Stellungen der kurdischen Separatisten durch, das schließt auch Luftangriffe mit ein. Dabei wird gelegentlich die irakische Grenze überschritten.Die D-400 entlang der irakischen Grenze ist schmal, schlecht, teilweise steil und weist etliche Militär-Checkpoints auf, man schafft etwa 25 km/h. Von Köprülü bis zur iranischen Grenze bei Esendere ist der Straßenzustand gut. Man beachte auch die Höhenlage (bis zu 2900m), v.a. im Winter. Die Hauptrouten werden zwar laut Jandarma ganzjährig geräumt, das könne aber wohl auch mal zwei Tage dauern. Es wird empfindlich kalt (bei mir waren es mal knapp -30°C), Garagen existieren nicht, Schneeketten sind empfehlenswert (offiziell sogar Pflicht), kann man aber auch dort kaufen.Stellplatzsuche: Einfach bei der Jandarma fragen, es meldet sich sonst ohnehin ein (freundlicher) Soldat garantiert. Meistens läuft das allerdings auf bedingt idyllische Stellplätze an Militärposten oder Checkpoints heraus, den Panzer vor der Nase. Wildes Zelten dürfte schwierig werden. Die Grenzübergänge zum Irak sind geschlossen. Der türkisch-iranische Grenzübergang Esendere/Serou ist offen und die Abwicklung problemlos.Hier der Reisehinweis des Auswärtigen Amtes.



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